Schaubild
fussgaenger perspektive

Städtebau

Die Anlage formt wie im Bestand einen großen Hof und nimmt auf den Baumbestand Rücksicht. Im Bereich der Vorgartenstraße ist die Fahrzeughalle zurückgesetzt um den Höhenunterschied aufzunehmen und einen Vorplatz bis zur Kreuzung Ausstellungsstraße zu schaffen, der eine großzügige städtebauliche Geste zum Bereich Messe/Prater bildet. An diesem Eckpunkt schwebt aufgeständert der Verwaltungsbau; dieser mehrgeschossige Riegel bildet entlang der Kafkastraße bis zur Engerthstraße eine Blockrandbebauung, gegliedert durch vorspringende Elemente wie Stiegenhäuser und Eingang. Damit ist auch die Orientierung für den Besucher leicht verständlich. Entlang der Engerthstraße ist der Baukörper nur zweigeschossig (bzw. in der Basisvariante gar eingeschossig) ausgeführt, um den nördlichen Anrainern Sicht und Sonne zu lassen. Der Turm ist u.a. aus diesem Grund quer gestellt und schließt die Anlage formal ab.
Zur Kreuzung Ausstellungsstraße ist der Baukörper mit dem zweigeschossigen Turnsaal überhöht um mit den Kopfgebäuden der beiden Bestandsnachbarn aufzuschließen. Die Dachschräge im Bereich Turnsaal sowie das charakteristische Fenster beim Besprechungsraum Verwaltung reagieren im kleineren Maßstab auf das Umfeld und generieren gemeinsam mit dem geneigten Windschutz der Dachterrasse einen dynamischen Baukörper bei gleichzeitig wirtschaftlicher Bauweise. Derart trägt die Architektur der besonderen Funktion der Feuerwehr Rechnung und vermittelt städtebaulich zwischen den Solitärbauten und den Blockrandbebauungen des Quartiers.

lageplan
Schaubild hinten

Funktion

Großer Wert wird auf eine flexible Verwendung der Freiflächen und Hallen gelegt. Eine Besonderheit bildet die Möglichkeit der Durchfahrt der Halle A für die größeren Fahrzeuge und die verschiedenen Varianten der Zugsbildung und Ausfahrtsrichtungen.
Fahrzeughallen sind zudem auf unterschiedliche Weise von außen einsehbar, die großen Fahrzeuge der Halle A frontal, die Halle B und der Innenhof von der Kafkastraße. Die Halle C hat an ihrer markanten Position im Kreuzungsbereich eine besondere Installation integriert: Ab Anbruch der Dämmerung glimmt die Industrieverglasung in einem beinahe unmerklich an- und abschwellendem Rotton analog eines Sleep-Modus eines Prozessors, um dann bei Alarm in durchgehendem Licht zu erleuchten. Die Anordnung der Installation beeinflusst die Lichtsituation in der Halle selbst nicht.
Besucher betritt am Eingang ein kompaktes zweigeschossiges Foyer direkt beim Nachrichtendienst/Empfang, von dort führen die Wege direkt in die Verwaltung bzw. in den internen Feuerwache Bereich. In den Obergeschossen sind alle Bereiche klar ablesbar und separat erschlossen um im Alarmfall die größtmögliche Sicherheit bei kurzen Wegen zu ermöglichen. Die Gangfluchten wurden in diesem Zusammenhang in dieser Variante verbreitert, der gesamte Baukörper kann aber nach Rücksprache auch schmäler ausgeführt werden (Die Flächenreduktion gilt ebenso für den Lagerbereich, der wahlweise eingeschossig ausgeführt werden kann).
Besonderer Wert wurde auf Übersichtlichkeit und Kürze des Erschließungssytems gelegt: Das zentrale Stiegenhaus führt direkt zum Rüstzeugraum mit einem großzügigem Vorbereich, der an alle 3 Fahrzeughallen anschließt. Alle Räume sind natürlich belüftet und haben Sichtfenster in die Hallen. Anlieferungen (z.B. des täglichen Verteilerwagens) können über das Foyer, aber auch den Innenhof direkt an die div. Positionen gebracht werden. Die zentrale Anordnung des Nachrichtendienstes ermöglicht den Überblick über alle relevanten Bewegungen und Anforderungen dieser Zone, inkl. Besucher.
Eine Besonderheit bildet die Möglichkeit geführter Besucherrundgänge, die ohne Störung des Tagesbetriebes Einblick in die wesentlichen Bereiche der Feuerwache gewähren. So kann der Standort Leopoldstadt Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit anbieten um die besondere Funktion und Geschichte der Feuerwehr in der Stadt Wien zu thematisieren. Die Jahreszahl der „ältesten Feuerwehr der Welt“ am Dach dient im Entwurf als Platzhalter für weitere derartige Ambitionen.
Die bei diesem Standort besondere Abteilung der Taucher wird mit einem eigenen Gebäudetrakt bedient, in den Obergeschossen sind aus Synergiegründen Funktionen zusammengefasst. Der niedrige Baukörper Ecke Kafka/Engerthstraße  kann durch eine eigene Fassadengestaltung die Länge des Blocks brechen und diese besondere Funktionseinheit der Feuerwehr abbilden.

erschliessung
ansicht

Konstruktion

Die Baukörper werden aus Zeit- und Kostengründen in Fertigteilbauweise vorgeschlagen, beim Hauptbaukörper in Stahlbetonstützen und Hohldielen, bei der Fahrzeughalle A (und der Taucherhalle optional) als Stahlbau. Derart und durch die Positionierung am Grundstück kann der durchgehende Betrieb während des Neubaus optimiert werden.
Der Achsraster von 1,35 m ermöglicht ein wirtschaftliches und flexibles Grundrisssystem.
Für die längsgestreckte Südost Fassade der Obergeschosse wird eine vorgehängte Lamellenfassade vorgeschlagen um sommerliche Überhitzung zu vermeiden. In ähnlicher Weise sollen weitere Maßnahmen um den haustechnischen Aufwand gering und wartungsarm halten (Nutzung Speichermasse unverkleideter Betondecken, natürliche Belüftung, Querlüftung, außenliegende Beschattung, etc.)

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