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gestaltung, materialien

Bauteile leben von der Optik und Haptik ihrer Baustoffe: Stein als Stein, Holz als Holz. Farben im Kindergarten entstehen durch Möbel, gestaltbare Wandelemente (z.B. befüllbare Rohre, Malflächen), durch Kunstlicht, Tageslichtreflexionen u.s.w.
Die Fassade des Obergeschosses nimmt die Grüntöne der Natur auf, die gepixelt (Einheit ist ein Fensterladen) und in 10 Farbtöne zerteilt eine eigenständige Grafik bilden. Optional vorgelagert ist eine Ebene, die bewachsen wird, um die gegebenen Vorzüge der vorherrschenden Vegetation (Beschattung im Sommer, Durchlässigkeit im Winter) noch zusätzlich zu unterstützen. Das optionale Blätterdach aus Metall über dem OG erhält seine Form aus beschattungstechnischen Überlegungen (Sonnenstand übers Jahr) während die kleinste Einheit, die in Anordnung und Winkel durchmoduliert wird, auch florale Züge aufweist.

interne anordnung

Der Kindergarten formt sich kreisförmig aus 5 gleichartig konstruierten Boxen, von denen eine den Ruheraum beinhaltet (Ein Wechsel der Anordnung ist dadurch möglich). Diese Baukörper beinhalten Gruppenraum, Abstellraum, und WC, zwischengelagert sind Garderobenzonen, um jeweils Zugang und Durchblick von Allgemeinfläche und Garten zu ermöglichen. Durch die Anordnung ergibt sich ein Raumvolumen, das zentral den Haupteingang und Nebeneingang zusammenfasst, und von Leiterzimmer, Küche und Essensraum strukturiert wird.
Im OG bildet der Baukörper der LeiterInnnen mit der angeschlossenen WC Gruppe und dem allgemeinen Abstellraum den zentralen Kernpunkt der hier linear gegliederten Anlage, die neben den 5 neuen Hortgruppen auch die drei bestehenden im Altbau umfasst.
Die freie Form des Gebäudes mit seiner durch Spiegelung und Farbgebung provozierten "Tarnung" erhält im Benutzungsbereich, an der öffentlichen Schnittstelle (Eingang, Zugang) eine starke ordnende Komponente: das lineare Vordach verbindet Straßenraum mit Innenraum und führt bis in den Altbau.

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städtebau

Die strenge Geometrie des Bestands, - Linearität der Wohnbebauung, die Variationen des Thema Riegels der öffentlichen Gebäude - profitiert von ihrem Gegenspieler: der üppigen, unregelmäßigen Natur dieses Stadtteiles.
Dies berücksichtigt der neue Baukörper, ja inszeniert diese Bedeutung für die Gesamtkomposition. Während das Erdgeschoss mit einer Unregelmäßigkeit, einer Kleinteiligkeit eines Dorfplatzes Natur und Innenraum kammartig verschränkt, so schwebt das Obergeschoss wie eine Gruppe Baumkronen beinahe unsichtbar und massstabslos über bezeichnetem Dorf. Seine Form ergibt sich aus Baumbestand und Sonnenstand (Ausrichtung, Beschattung EG), sowie Blickachsen (siehe Skizze)
Ohne Veränderung der Proportionen der Gesamtanlage(Hofgröße) dockt der Neuankömmling an, vermittelt zur gewachsenen Natur und macht diese wertvolle Dualität als gebaute Installation spürbar.