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Flagship-Office

Mit einem Büroraum-Konzept auf der Höhe der Zeit entwickelte Architekt Zehetner eine überzeugende Lösung. Dabei verfolgte er zwei Ansatzpunkte: Das Erdgeschoß ist großzügig als Ort der Begegnung gestaltet, an dem Kultur und Image des Unternehmens erlebbar werden vergleichbar einem "Flagshipstore", so Zehetner. Andererseits entwickelte der Architekt ein so genanntes "Stockwerkskonzept": In jeder Büroetage fand ein spezielles Thema Umsetzung wie "Sonne", "Skandinavien" oder "Natur", mit entsprechender Leitfarbe, Materialwahl und Möblierung. Das schafft Individualisierung, ermöglicht Orientierung und Wiedererkennbarkeit. Als zusätzliche "Ankerpunkte" im Stockwerk dienen Teeküchen, die jeweils an Eckpunkten positioniert sind, sowie wohnlich gestaltete Besprechungs- oder Relax-Räume.

Für die Realisierung des Konzepts von Archiguards waren bereits bei der Grundriss-Planung radikale Weichenstellungen notwendig: So steht das gesamte Erdgeschoß im Zeichen der Kommunikation und ist entsprechenden Zonen und Bereichen gewidmet. "Das Erdgeschoß ist die gemeinsame Kommunikationsplattform für Klienten und Mitarbeiter", erklärt der Architekt, "hier ist die Schnittstelle zwischen innen und außen."

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Ein Büro, das man sich merkt

Text : © 1995-2005 Bene AG

Deloitte Consulting in Wien fusionierte mit mehreren Beratungsunternehmen und bezog ein neu adaptiertes, historisches Gebäude in der Innenstadt. Das Architektenteam Archiguards verlieh dem Büro eine starke Identität mit einem Konzept, das Kommunikation betont und mit jungem Design, das erfrischt.

Dort, wo die Freyung, einer der schönsten Plätze Wiens, in die Renngasse mündet, befindet sich seit kurzem eine neue "landmark" im Stadtraum: Ein Bürohaus mit historischer Fassade, dessen Inneres mit kräftigen Farben nach außen leuchtet und den Passanten lebhafte Zeitgenossenschaft signalisiert. "Wir wollten das alte Gebäude modern und lebendig erscheinen lassen, ohne flippig zu wirken", erklärt Margareta Holz, Leiterin Administration & Controlling der Deloitte Gruppe Wien und Mitglied des hausinternen "Zentralkomitees" bei der Büroplanung. "Vor allem sollte das Bürohaus nicht uniform sein", so Holz. Und einen kräftigen Kontrapunkt zum "grauen" Image der Steuerberater-Branche setzen. "Deloitte wollte eine sehr individuelle Lösung", beschreibt Gerd Zehetner, projektverantwortlicher Architekt der jungen Archiguards, seine Aufgabenstellung: "Wichtig war auch, dass sich die vielen unterschiedlichen Charaktere wiederfinden können, die nun in diesem großen Haus arbeiten."

Den Besucher empfängt ein leuchtendes Gelbgrün, das die Rezeption markiert und Stimmung (für das Unternehmen) macht. Geht man weiter, eröffnet sich vis-á-vis einer Cafeteria eine einladende Warte-Landschaft mit Fauteuils. Weiter rückwärts befindet sich die Bibliothek, gestaltet als sprechendes Symbol für das ständig wachsende Wissen des Unternehmens. Auch für die Inszenierung von Diskretion, einem wesentlichen Kriterium in dieser Branche, fand der Architekt eine überraschende Form: Ein eiförmige runder Besprechungsraum leuchtet hell hinter einem Vorhang auf, keine Fenster, sehr geheimnisvoll. In der Raummitte befindet sich ein Freiluft-Atrium, dahinter liegen Seminarräume und ein Touch-Down-Bereich für Besucher. Um eine Piazza herum sind zahlreiche intime Besprechungsräume angesiedelt.

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Warum nicht alle Räume gleich sind

Das Credo des Beratungsunternehmens Deloitte, das den Klienten in den Mittelpunkt stellt, findet in der Großzügigkeit der Raumgliederung ein dreidimensionales Abbild. Hier im Erdgeschoß, und nicht wie ehedem in den Büros in den oberen Stockwerken, finden jetzt die Beratergespräche mit den Klienten statt. Das entspricht dem Konzept der Archiguards: Die Mitarbeiter empfangen, bewirten und betreuen ihre Kunden hier in diesem "öffentlichen" Bereich - und finden dafür den optimalen architektonischen "Background", die perfekte Bühne. Hier macht die Welt von Deloitte Eindruck . Nicht mit Prunk und Protz, sondern mit Offenheit für das Neue", betont "Archiguard" Gerd Zehetner. Die kürzliche Fusionierung bedeutete für die Gestaltung der einzelnen Stockwerke - mit Back Office und Management-Büros - eine besondere Herausforderung: Um Synergien zu nutzen, wurden Abteilungen aus unterschiedlichen Unternehmen zusammengeführt. Die Besiedelungspläne erstellte der Bauherrenberater Bene Consulting, der auch die Übersiedelung mit einem großen Altbestand an Möbeln professionell managte. Das "Stockwerkskonzept" der Archiguards lieferte die kommunikative Klammer und gibt Bereichen der Begegnung viel Raum. Wo vorwiegend traditionelle Arbeitsweisen dominieren, findet das in traditionellen Büroformen seine Entsprechung. Den Eindruck von zeitgemäßer Klarheit und reduziertem Design prägen im Back Office die Arbeitsplätze des X9 Programms von Bene; für moderne Solidität steht das Bene MK Management-Büro aus Kirschholz .

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Warum nicht alle Räume einfach gleich sind? Weil jeder Mensch anders ist. Weil jeder Tag anders ist."

15 Antworten auf Fragen zum neuen Wiener Deloitte Haus gibt ein elegantes Mini-Booklet, das die Archiguards für Kids gestaltet haben. Dicke Fragen in einem dünnen Büchlein - eine hervorragende Idee, die uns die neue Bürowelt, das neue Büroleben einfach näher bringt.

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