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architektur mobil: Die Grenzen zwischen Möbel und raumgreifender Architektur werden ignoriert. Wie Folien legen sich neue Elemente über den historischen Bestand. Sie verdecken, ergänzen, verändern ohne zu verbauen. Moderne Haustechnik findet so Einzug in die alten Gemäuer, ohne diese zu berühren. Während die Stromversorgung der beweglichen Elemente über stoffummantelte Anschlußkabel geschieht, funktioniert die Datenversorgung und Steuerung über Funk. Die Objekte leiten sich von durchwegs bekannten Möbeltypen ab, dürfen jedoch in ihrer Kombination mit Boden - oder Wandscheiben in neue statische und funktionelle Bereiche vordringen. Durch die Mobilität der einzelnen Objekte ergeben sich Kombinationsmöglichkeiten, die durch die aufeinander abgestimmten Proportionen unterstützt werden. Trotzdem soll die Mobilität und Flexibilität in keinster Weise ein stilgebendes Element des Entwurfs sein, im Gegenteil muß durch diverse Maßnahmen ein massiver Eindruck gegeben sein, ohne die Beweglichkeit einzuschränken.(Steifigkeit, Dämmung, zusätzliche Gewichte, Feststelleinrichtungen) Oberfläche und Anschlussstellen unterscheiden sich nicht von gewöhnlichem Trockenausbau. Dieses System stellt eine Weiterentwicklung zu formal reduzierten Einbauten dar, die raumbildend gewisse Funktionen übernehmen, ohne Möbel sein zu müssen, und trägt nun dem Bedürfnis der Flexibilität und Weiterverwendbarkeit Rechnung. Im Fall Schönbrunn kommt noch die Komponente des historischen Umfelds und seines Maßstabs hinzu, der durch die neuen Objekte relativiert und benutzbar gemacht wird, ohne die Substanz zu berühren. Der Faktor, daß die Wohnung gemietet ist, kann einen weiteren Überlegungspunkt einer wiederverwendbaren Struktur bilden. Ein durch diese Vorgehensweise bedingter hoher Grad der Vorfertigung kann nur von Vorteil sein. Verknüpfung der Gewerke und Qualitätskontrolle vor Lieferung ist einfach durchführbar.
(archiguards 1998)