Archiguards 1020 wohnung s 11

Die Praterstrasse, besonders an ihrem romantischen Ende Richtung Stadt, hat enormes Potential. Wir nahmen uns gleich ein ganzes Dach vor und schufen Raum.

Im Schatten eines Jean Nouvel Hochhauses zu bauen, ist nicht immer von Nachteil. Bei der ersten Besichtigung des Rohdachbodens dieses imposanten Palais wirkte der benachbarte Turm ganz bedrohlich, die Schattenberechnungen liesen aber aufatmen. Die gestalterische Qualität unseres Gegenübers, auch am niedrigen Gebäudeteil,  sahen wir als Ansporn, zumal diese Fläche eigentlich nur von hier aus sichtbar ist –eine sehr noble Geste. Die Dachkontur unseres Aufbaus, den wir in bewährter Zusammenarbeit mit Architekt Weinmann errichteten, folgt mehr oder weniger brav der Wiener Bauordnung, die Symmetrie zur darunterliegenden Prachtfassade  auf beiden Gebäudeseiten war doch auch für uns überzeugend. Drinnen sind wir aber von der Ausnutzbarkeit im wörtlichen Sinne abgerückt, zumal sich sonst entstehende Dreieckszwickel eh nicht nutzen lassen und das Raumgefühl doch eine wesentliche Komponente der Wohnqualität ist. Eine geschwungene Galerie trägt Arbeitsplatz und Klavier und verbindet die obenliegenden Privaträume, ohne Gänge zu erzeugen. Die Lichthöfe werden zu zentralen Lichträumen, Kaminmauern zu vertikalen Verbindern – scheinbar nachteilig trennende Elemente werden so zum Mittelpunkt.

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