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auszug aus dem kinderbuch “bookletino“

bild.jpgDas ist ein Zimmer, und es ist ganz leer. Ausserdem ganz weiss. Dafür ist aber der Ausblick umso bunter und voller. Damit die Person diesen Ausblick so richtig geniessen kann, ja, fast wie fernsehen, haben wir das Fenster bis zum Boden hinunter gebaut. Was da zu sehen ist? Im Frühling wird alles grün und die Vögel hüpfen auf dem Baum vor dem Fenster. Im Sommer leuchtet die Sonne auf den Weinberg gegenüber und wenn sie, kurz vor dem Untergehen, schräg darüber scheint, dann sieht es aus, als wenn es brennt. Im Herbst arbeiten die Weinbauern und holen den Wein. Doch im Winter ist es am schönsten. Die Landschaft wird ganz ruhig und man glaubt, man schwebt mit dem Zimmer über dem Schnee dahin, und obwohl es draußen ganz kalt ist, kann man sich sein Bett vor die dicke Scheibe stellen und ganz wunderbar darin kuscheln und in den Himmel blicken. Dann sieht es aus, als könnten einem die Schneeflocken ins Gesicht fallen

 

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  1. westfassade
    die krümmung erzeugt einen dramatischen licht schatten effekt
    die holzlatten beschatten im sommer die dunkle fassade
    die kurve erweitert den garten
    die lamellen bilden eine membran zwischen innen und aussenraum
  2. ostfassade
    flaches, grafisches bild, durch das schnittbild des projekts generiert
  3. südhof
    zimmer im freien, zum carport und zur öffentlichkeit begrenzt durch eine holzwand mit unsichtbarem eingangstor erweiterung des raums leichtes, bewegliches baumwollsegel als decke südsonne fällt ins haus, blicke und lärm bleiben draussen fliegenden
  4. nordfenster
    rahmt den blick auf die weinberge von jedem standpunkt des obergeschosses inkl. südhof sichtbar
  5. westhof
    uneinsehbar
    erweiterung des raums eingegrabenen
  6. der fliegende raum
    weiss, abstrakt, kuschelig. der ruhe - rückzug - abschalten und schlafen - raum mit kimono und buch. weiss, weiss, weiss - in der wand verborgene vorhänge können zwei raumzonen umhüllen. stauraum und funktionen sind in der wand integriert.
  7. der eingegrabene raum
    roh, rauh, ehrlich, in den hang eingegraben, darüber der “fliegende” raum der kochen, feiern, essen und trinken raum mit gummistiefel und rotwein. schiefer, beton, holz küche und stauraum sind in der wand integriert
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Es handelt sich um ein Ferienhaus auf einer bebaubaren Grundfläche von 80m2 (Gartensiedlungsgebiet), das dem Besitzer als temporäre Alternative zu seiner Stadtwohnung im 7. Bezirk dienen kann. Dies Anforderungsprofil ließ zwei unterschiedliche Räume entstehen: Im auskragenden Obergeschoss eine weisse Röhre, im Norden mit einem Panoramafenster geöffnet zu den Weinbergen, das andere Ende definiert durch eine abgeschirmte Südterrasse (als Zimmer im Freien). Unter diesem holzverkleideten Baukörper befindet sich der zweite Raum, eingegraben in der Erde mit Zugang zu Weinkeller und Bad. Mit vorgelagertem Aussenraum dient dieser „erdige“ Bereich kulinarischen Aktivitäten, während der „weisse“ Raum der Entspannung und Ruhe dient. Um diese Atmosphäre bei Bedarf noch zu verstärken, können zwei Raumzonen aus rundum laufenden Stoffbahnen gebildet werden, die sonst in integrierten Kästen verschwinden. Die Westfassade/-terrasse mit ihren Lamellen trennt membranartig Gartenraum und Innenraum, um die ohnehin begrenzt verbleibende Grünfläche nicht zu drücken.