big.jpg

Zahlreiche Maßnahmen werden gesetzt, um die Anforderungen zu erfüllen, viel Arbeit liegt unsichtbar unter der Oberfläche. Um die zu erhaltenden Lieblingsstücke der Bauherren wird abgebrochen, erweitert, elektrifiziert, erneuert. Die Bauherrn selbst wirken tatkräftig mit, einerseits um ihre Schätze zu beschützen, andererseits um sich selbst kreativ in die Bauphase einzubringen, und so ganz nebenbei eine Kostenreduktion zu ermöglichen: Fliesen werden handbemalt, Mauern selbst abgebrochen, Wandgestaltungen ausgeführt. Den neuen „alten“ Bewohnern wird künftig genug Freiraum bleiben, um ihre Leidenschaften, Musik, alte Musikinstrumente, skurrile Sammlerstücke zur Geltung bringen zu können, ohne das Haus zu „verstopfen“. Die Strategie, innerhalb eines Wohnungsverbandes unterschiedliche Räume und Atmosphären zu realisieren, läßt die Benutzer in Zukunft ihre Welt jeden Tag neu „durchwandern“: Die gemütliche Stube, das ruhige Wohnzimmer, das „chaotisch -geniale“ Studio, das vom Ofen dominierte Esszimmer.

balken2.jpg

Ein Fenster wird zur Terrassentür ausgebrochen, ein Vorgarten zum kleinstmöglichen Garten und erweiterten Aussenbereich, der die Illusion des eigenständiges Haus noch verstärkt. Um die Räume im Erdgeschoss optisch mehr zu verklammern, entstehen Durchblicke, der neue Ofen mit sichtbarer Feuerstelle reicht durch die Mauer in den Eingangsraum, auch der zentrale Arbeitsraum der Hausherrn - das verglaste Studio mit Doppelboden - schiebt sich wie eine Bühne in eben diesen. Die Grundrisse im Obergeschoss und im Untergeschoss, bleiben kreisförmig durchwanderbar, auch die Position und Anzahl der Bäder bleibt bestehen. Wie Raumskulpturen fügen sich nun die neuen Elemente Ofen, Treppe, Regal, Schrankraum und Studio in den Bestand ein, so als hätten sie schon immer aufeinander gewartet.

balken.jpg

Zwei Geschosse in einem Mehrfamilienwohnhaus der Jahrhundertwende, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Von der Seite des am Hang liegenden Hauses zu betreten, dunkel und niedrig, das ehemalige Geschäftslokal eines Greißlers, darüber, aus dem großzügigen Entree im Halbstock erschlossen, eine klassische, hohe Altbauwohnung mit viel zu kleinem Bad und Bauernstube im Jugendstilerker.