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die rampen, treppen und ebenen der durchgehenden bewegungszone werden zum hauptplatz, zur hauptstrasse dieses hauses, das wie viele unserer projekte im inneren städtebauliche komponenten eines dorfes, einer stadt aufweist. durch die abgestimmte anordnung der ebenen wird sukzessive das gartenniveau erreicht, mit der überwindung nur eines kurzen treppenlaufes.

die küche ist der mittelpunkt des hauses. vom eingang aus im wohngeschoss als erstes zu erreichen, im anschluss an speis und aufzug, erhöht gegenüber den anderen wohnbereichen, überblickt dieser platz den garten, die weinberge und die hügelkette am horizont. eine freistehende arbeitseinheit wird zum frühstückstreff, hausaufgabenlöser und zur abendlichen bar. erhöhte seitenwände und die höhenlage selbst verhindern den einblick auf die arbeitsfläche vom wohnbereich. als option kann auch eine schiebetür, die aus einer mauertasche im bereich der speis ausfährt, installiert werden. der side-by-side kühlschrank bleibt trotzdem vom wohnraum zugänglich.

dort wo die bauliche struktur den wohnraum wie ein großzügiger flügel umfasst, passiert eine dramatische geste, unterstützt durch eine subtile materialwahl: die sich aus dem hang entwickelnden geländesprünge des weinbaus formen terrassen, die das haus durchdringen und eine künstliche landschaft im inneren bilden. auch hier wird durch verzicht auf zaun mittels geländestufen das besondere erreicht: die grenze zwischen architektur und unberührter natur verschwimmt...

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das projektierte haus liegt am ölberg am ende einer ansteigenden strasse, nur ein kompaktes einfahrtstor in der verlängerung dieser ist sichtbar. dahinter fällt der hang sofort ab und wird zum weinberg. ein grossartiges panorama tut sich auf. die besonderheit, einfahrt und mögliche position des hauseinganges liegen auf oberster stelle der bebaubaren fläche. hier nicht im unter = wohn/garten- geschoss kellerfeeling aufkommen zu lassen bzw. dem eingangs = privat – geschoss zuwenig privatsphäre zu ermöglichen, scheint im ersten moment die besondere aufgabe. dazu kommt die wenig attraktive (rück)seite eines nachbarbaus, der wir eine schlichte scheibe entgegenstellen mit der sich der entwurf entwickelt. das rückgrat des projekts bildet so die über alle geschosse reichende wandscheibe im norden, die viele dienende funktionen in sich beinahe unsichtbar verbirgt. einerseits als unauffälliger, klar zu organisierender stauraum (offen und geschlossen), als funktionszone mit integriertem aufzug und haushaltsraum, als grosszügiger kamin mit angeschlossenem holzlager und nicht zuletzt als spielplatz für die kids: all dies wird ineinander verwoben und wird zum guten geist des hauses. eine flexible bespielung, um auf veränderungen reagieren zu können, wird hier möglich, auch auf dem sektor technischer entwicklungen, wie etwa A/V multiroom systemen.

vom eingang aus fällt der blick parallel zum hang über die gesamte tiefe bis zum garten. um in die privateren räume des hauses zu gelangen, muss eine brücke überwunden werden, die ganz bewusst die distanz zum eingangspodest verstärkt. aus jeder position der erschliessungszone ist der eingang und der garten zu sehen, die treppen und rampen geben sich nicht als autonomes stiegenhaus, sondern als begeh- und benutzbare landschaft, nicht zuletzt auch um die besprochene stauraumwand zu bedienen, die das haus gleichzeitig nach norden zusätzlich dämmt. trotzdem kann zum beispiel ein gast seinen rückzugsbereich begehen, ohne küche oder wohnzimmer zu durchqueren. im gemeinschaftraum spielt der stauraum eine ganz besondere rolle: er erweitert diesen bereich zum kinderspielplatz. zahlreiche nischen, höhlen, ja sogar rutschen bilden eine eigene welt. der gemeinschaftraum ist direkt an sein aussenpendant, die terrasse, angeschlossen, aber auch der eingangsbereich mit dem grossen patio ist von hier einsehbar. auch auf er aussenterrasse findet der kasten seine fortsetzung, um möbel und kissen aufzunehmen. die speziellen kinderelemente können später ausgetauscht werden. neben zusätzlichen kojen für gäste(kinder) ist eine rutsche in den küchenbereich möglich, weiters ein kommunikatives hör- und sprechrohr, ein wäscheschacht und die gesamte musikanlage des hauses. ein spezielles farb- und symbolelement, das in die fast unsichtbaren griffe integriert wird, wird die orientierung und ordnung erleichtern, so wie auch das innere der kästen individuell und flexibel (mit standardelementen) ausgestattet werden kann. durch diese anordnung kann der eigentliche keller sehr klein gehalten werden, nur für gartengeräte (mit direktem zugang) und technik muss noch platz im untergeschoss gefunden werden, diese räume trennen nun die wohnräume vom erdreich. der elternbereich im obergeschoss weist noch eine besonderheit auf: eine eigene eingeschnittene terrasse mit integriertem wasserbecken, zum sonnenuntergang hin ausgerichtet. die kinderzimmer orientieren sich nach süden hin und werden mit einem balkonartigem konstrukt zustätzlich beschattet.