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Kultfaktor

IT-Branche, E-Commerce, Callcenter... Der Arbeitsplatz verändert sich laufend, alles, das ganze Arbeitsumfeld ist am Bildschirm vorhanden, Archiv, Kommunikation, Entwurf, Korrespondenz, Berechnung... Die Bewegungen während des Arbeitsablaufes reduzieren sich auf Mausbewegung und Tastaturbedienung. Der Gang zum Fax entfällt, ins Archiv, zum Drucker, zum Kopierer... anderer Ansatz: Ein guter Stuhl ist eine legitime und akzeptierte Begründung, um sich am Arbeitsplatz etwas zu gönnen. Bei Schreibtisch und restlicher Einrichtung wird das gegenüber Belegschaft oder Vorgesetzten schon schwieriger. (Geld soll für die Firma ausgegeben werden, nicht zuerst für sich selbst). Paralellen zum Dienstwagen (Understatement) Big leather chairs sind lange out, sind Ikonen des old Business. Worktools des New Business sind intelligent, ressourcenschonend und humantechnisch. IT worker lieben fetish products, in ihrer hauptsächlich virtuellen Arbeitswelt entsteht das Bedürfnis nach ganz speziellen Worktools, wo bei nicht deren Funktion unbedingt der Hauptgrund des Besitzen-Wollens, sondern eher das Image und die gezeigte Lebenseinstellung dieses Bedürfnis hervorrufen. Ziel ist die Produktgruppe der Must Have's der IT Worker

Medizinischer Faktor

Mit dem System können diverse Bewegungsabläufe gefördert oder unterbunden werden. Einzelne Drehpunkte können verschoben werden; die verstellbaren Zugbänder wirken wie Sehen, können auch kreuzweise angeordnet werden. Neben dem Sinn der Vorbeugung durch Anpassung an Körpergewicht, Statur, Muskelmasse und Größe kann der Arzt durch bewußte Abweichungen von der "Komfortzone" eine Heilung beziehungsweise Linderung eines bereits entstandenen Schadens unterstützen (vergl. Zahnregulierung, Maßschuh, div. Verbände). Aktives Sitzen, durch Bewegung, möglich durch Flexibiltät - die nur durch individuelle Anpassung funktioniert = Entlastung. vgl. Bett, Bettsysteme: unterschiedliche Liegepositionen, unterbewußt, automatisch, zur Entlastung einzelner Körperzonen.

Bewegungsabläufe

Der übliche Bürostuhl besitzt zwei Flächen, die sich um eine Querachse zueinander knicken lassen. Nach unserer Meinung kann der Körper durch dieses System nur unzureichend unterstützt werden, vorgeschlagen wird daher eine zusätzliche Unterteilung der Rüchenfläche in zwei Teile , die aktiv ein Durchstrecken, aber auch den "runden Rücken", oder das "Hohlkreuz" zulassen, und zur Ausführung dieser Bewegungen "animieren". Diese zwei Flächen sind zusätzlich noch um die Längsache gelagert, um ein Verdrehen des Rückens zu unterstützen, z.B: bei Zuruf von hinten. Weiters können sich diese Teile zueinander seitlich neigen, somit kann eine Art "Wedelbewegung" im Sitzen ausgeführt werden, die die Bandscheiben alternierend entlastet. All diese Bewegungen funktionieren nicht um starre Achsen, sondern über elastisch aufgehängte kardanische "Abspannungen", die Verstellungen der Dreh-, Druck- und Zugbereiche ermöglichen. Diese elastische Aufhängungen mit ihren Bewegungslinien ermöglichen ein aktives Sitzen. Jeder Muskel, jede Sehne, die beim aktiven Sitzen im Körper in Funktion ist, kann unterstützt, in der Wirkung verstärkt oder gehemmt werden. Die untere der beiden Rückenflächen umfängt den Rippenkorb hinten und entlastet das Becken. (vgl. umgekehrte Funktionsweise bei Rucksack mit Beckengurt) Die Sitzfläche unter dem Becken ist starr ausgeführt, damit der Benutzer nicht das Gleichgewicht verliert. Dieses Element ist der gleichsam der Fixpunkt im System. Die Sitzfläche ist kurz ausfgeführt, um Bewegungen des Oberschenkels nach unten zuzulassen. Die Polsterung erfolgt durch ein Gelkissen, um das Körpergewicht, das trotz Unterstützung der anderen Sitzflächen noch immer hier zum Großteil abgeleitet werden muss, möglichst gleichmäßig verteilt. Die Oberschenkel selbst ruhen jeweils auf getrennten Flächen, die in der Aufhängung den Rückenflächen ähnlich ein einzelnes am Boden Ausstrecken bzw. Anwinkeln der Beine zulassen bzw. unterstützen. Die Kopfstütze ist in geringerem Maße elastisch, aber im gleichen System 3 dimensional verstellbar.

System

Alle beweglichen, körperberührenden Elemente bis auf den Beckensitzteil sind in gleicher Weise kardanisch an elastischen Bändern aufgehängt, deren Angriffspunkte und Spannung verstellbar sind. (Angriffspunkte sind Schienenschlitten, die mit einem Imbusschlüssel verstellt werden, die Elastikbänder mit Textilummantelung werden durch eine Spannvorrichtung eingestellt). Dadurch sind Drehbewegung, deren Härte, Verschränkung und Positionen individuell einstellbar. Durch zusätzliche Bänder (verschiedene Härten - verschiedene Farben) zwischen den Elementen werden die Gesamtzusammenhänge der Bewegungen erzeugt. Das Werkzeug für alle Grundeinstellungen - ein Imbusschlüssel.

Tools

in jeder Armlehne befindet sich ein bündig eingelassenes Modul, das batteriebetrieben mit der Umwelt per Infrarot kommuniziert

  • zum Beispiel ein Touchpad, das per Knopf auf der Unterseite der Lehne aktiviert wird, um zum Beispiel in zurückgelehnter Relaxposition wie beim Telefonieren den Terminkalender durchzuscrollen.
  • Programmierbare Fernbedienungstasten für Licht, Audio, Video, Telefon

Die Netzflächen der Sitzteile können mit verschiedenen Überzügen versehen werden, sie sind per Hand einfach abzuziehen (Prinzip Spannleintuch). So kann je nach Jahreszeit, Wärmetyp, Stil und Verschmutzung der Bezug gewechselt werden. Naheliegend sind Goretexmembranen, die Körperfeuchte auf die Rückseite abführen, oder perforierte Lederbahnen. Der Aufbau erfolgt immer einlagig, da die Federung von den kardanisch aufgehängten Flächen selbst übernommen wird.

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