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  • "wirtschaftsblatt" über deloitte und farben / 2005

    Apr 11 th, 2007

    Subtile Lichtspiele ersetzen grausliche Einheitsfarben text: Melanie Manner Mut zur Farbe im Büro hat einen Haken: Nicht jedes Farbenspiel kommt bei Mitarbeitern und Kunden gut an. Farbberater raten, Trendfarben zu vermeiden. Der Empfangsbereich des Beratungsunternehmens Deloitte & Touche in Wien leuchtet in einem satten Neongelb. "Die Farbe über dem Empfang wurde von den Mitarbeitern sehr kontroversiell aufgenommen", sagt Architekt Gerd Zehetner, der das auffällige Design eingeführt hat. Die Mitarbeiter reagieren auch auf die Kaffeeküchen mit gemischten Gefühlen - dort können sie die Beleuchtung auf Knopfdruck verändern. Der Architekt hat Infobroschüren dazu ausgeteilt, doch nur in einem Stockwerk stossen die Lichtspiele auf Interesse. Das Konzept von Deloitte & Touche war es, pro Stockwerk ein Thema mit entsprechender Farbgebung umzusetzen: So gibt es ein Sonnenstockwerk und eines, das nordischen Gewässern nachempfunden ist. Ein anderes Stockwerk erinnert an asiatische Millionenstädte. Farbe im Büro ist eine heikle Sache, doch mehr Farbe ist wieder "in". So sehr, dass sich am liebsten alle Büroeinrichter das Konzept auf ihre Fahnen heften würden. "Wir haben vor zwei Jahren unser Farbkonzept entwickelt, das den Kunden die Angst vor der Farbe nehmen soll", sagt etwa Bene-Designer Kai Stania. Sein Credo sind Kombinationen, die garantiert passen und zurückhaltend sind. "Wir waren immer als bunter Hund verschrieen. Jetzt setzen auch alle anderen Farbe ein", sagt Hali-Marketingchef Andreas Platzer. Hali hat mit der Kunstuniversität Linz ein Farbspektrum entwickelt, "das die Psychologie berücksichtigt", und lässt Kunden auf seiner Website die Farben an einem Musterbüro ausprobieren. Wer von der bunten Auswahl überfordert ist, kann einen Farbberater engagieren - etwa Gerd Schilling vom Institut für Farbendynamik in Bretzfeld. "Die derzeitigen Trendfarben sind Grau, Graublau und Rot. Wenn Sie die nehmen, kann später jeder daran ablesen, wie alt Ihr Büro ist." Er rät, lieber den Zweck der Räume zu bedenken. So könne einVerkaufsraum ruhig intensiver gefärbt sein. Farbe ist auch geschlechtsspezifisch: Frauen tendieren zu Rot und Blaugrün, Männer zu Gelb und Ultramarinblau. Eine wichtige Rolle im Farbenspiel hat das Licht: So könne man Wände morgens kühl und abends warm bestrahlen. Das entspreche dem Tageszyklus des Menschen. Architekt Zehetner findet, dass farbige Beleuchtung die "plakativ auf die Wände geklatschten" Signalfarben der 70er-Jahre ersetzen werde.